11.11.2025

ZIZ-Programm geht erfolgreich zu Ende

Neues

Mit dem Abschluss des Bundesprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ (ZIZ) Ende November 2025 zieht das Projektbüro Innenstadt Bremen eine positive Bilanz: Über drei Jahre hinweg wurden durch das Programm zentrale Weichen für die nachhaltige Entwicklung des Bremer Centrums gestellt. Neue Orte und innovative Partizipationsformate zeigten, welche Chancen im Wandel stecken.

Meldung

Rund 4,4 Millionen Euro Bundesmittel, ergänzt durch eine städtische Kofinanzierung, ermöglichten Projekte im Umfang von knapp 6 Millionen Euro. Ziel des Bundesprogramms war es, Kommunen bei der Erarbeitung innovativer Handlungskonzepte zu unterstützen und erste bauliche Pilotprojekte in bislang wenig erprobten Feldern der Innenstadttransformation umzusetzen. Mit insgesamt acht Maßnahmenpaketen konnte Bremen in diesem Rahmen die Arbeit an wichtigen Bausteinen der bereits 2021 beschlossenen Strategie Bremen Centrum 2030+ weiter vorantreiben und zentrale Schlüsselprojekte und -themen zur Transformation der Innenstadt vorbereiten.

Sichtbare Veränderungen

Einige der geförderten Projekte sind bereits im Stadtraum sichtbar oder werden zeitnah baulich umgesetzt. So wie der Neubau auf dem Grundstück des heutigen Parkhauses Mitte. Das Projektbüro Innenstadt Bremen führte im Rahmen des Bundesprogramms den Architekturwettbewerb durch, dessen Siegerentwurf die Stadtentwicklungsgesellschaft BRESTADT GmbH in den kommenden Jahren baulich umsetzen wird. Ebenfalls im Umbau befindet sich die Dechanatstraße – sie wird der erste klimaangepasste Straßenraum im Centrum. Grundlage war ein durch das Projektbüro gesteuerter Vorplanungsprozess, in den – als bislang in Bremen erstmals erprobtes Partizipationsformat – ein Bürger:innenrat eingebunden wurde. Auch die Ansiedlung von insgesamt neun innovativen Handelsformaten durch das von der WFB gesteuerte Programm „City UpTrade“ hat einen merklichen Beitrag zur Abnahme von Leerstand und Diversifizierung des Einzelhandels geleistet.

Mit der Erarbeitung von fünf innovativen Handlungskonzepten konnte Bremen maßgebliche Transformationsthemen weiter vorantreiben. So liegen nunmehr wertvolle Empfehlungen vor, wie und an welchen Orten Wissenschaft im Bremer Centrum künftig alltagsnäher mit der Stadtgesellschaft verknüpft werden können. Mit Handlungskonzepten zur Klimaanpassung und zur Aktivierung von Nebenlagen wiederum wurden Potenzialräume zwischen Wall und Weser identifiziert, die künftig klimaresilient und nutzer:innenfreundlich umgestaltet werden sollten. Ein Konzept zur Nutzung von Dachlandschaften zeigt die Potenziale, aber auch die derzeit noch bestehenden Hürden im Zusammenhang mit der Erschließung und Nutzung der „vierten Dimension“ auf; und mit dem „Aktionsplan Centrum Bremen 2030+“ konnte schließlich ein umsetzungsorientierter Fahrplan entwickelt werden, der den anstehenden Umbau der Innenstadt für die nächsten zehn Jahre in konkreten Zeitphasen zeigt.

Über den Bürger:innenrat, Dialogveranstaltungen und die Plattform „binnenstadt“ wurde die Stadtgesellschaft aktiv in den Umsetzungsprozess des Programms eingebunden. Mit einem Verfügungsfonds wurde neuen, bislang wenig in die Innenstadtentwicklung eingebundenen Gruppen Ressourcen zur Verfügung gestellt, um aktiv eigene Ideen in den Wandel einzubringen. Bundesweite Beachtung fand der Experimentierraum UMZU: Ein ehemaliger Marktpavillon wurde zwei Jahre lang zu einem offenen Treffpunkt für Initiativen, Kultur und Stadtentwicklung – mit Workshops, Diskussionen und kreativen Formaten.

Inhaltlich und technisch koordiniert wurde das Programm durch das Projektbüro Innenstadt Bremen im Schulterschluss mit der Senatskanzlei. Wesentlicher Erfolgsfaktor war das enge Zusammenspiel von Stadt, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.


Mit dem Abschluss des Bundesprogramms endet eine wichtige Förderphase, aber nicht der Transformationsprozess selbst: Die entwickelten Konzepte, Netzwerke und Projekte bilden die Grundlage für die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer resilienten, vielfältigen und lebendigen Bremer Innenstadt.

Bremer Projekte im Rahmen des Bundesförderprogramms:

Aktionsplan

Centrum Bremen 2030+

Satellitenaufnahme des Bremer Stadtzentrums mit Fokus auf den Wallring und die Weser, die sich durch das Bild zieht; die historische Altstadt ist gut erkennbar, umgeben von Wasserläufen und dichter Bebauung.
Der Wandel der Bremer Innenstadt erfolgt dynamisch, aber mit Plan, genauer: mit dem „Aktionsplan Centrum Bremen 2030+“. Er zeigt erstmals auf, was sich wo in den nächsten Jahren konkret verändert und bündelt alle Maßnahmen und Projekte, mit denen künftig ein lebendigeres, vielfältigeres und nachhaltigeres Centrum entsteht.
Aktionsplan

Klimaangepasste Stadträume

Handlungskonzept und Umbau der ersten Klimastraße

Visualisierung der Dechanatstraße mit Begrünungsflächen
Bremens Innenstadt muss sich an die Folgen des Klimawandels anpassen. Ein durch das Projektbüro beauftragtes Handlungskonzept zur Klimaanpassung empfiehlt 30 Potenzialräume zwischen Wall und Weser, die künftig klimaangepasst umgebaut werden sollen. Mit den bis Ende 2025 zur Verfügung stehenden Bundesfördermitteln wird die Dechanatstraße modellhaft zur ersten Klimastraße im Centrum umgebaut.
Klimaangepasste Stadträume

Wissenschaft im Centrum

Neuansiedlung wissenschaftlicher Einrichtungen

Foto Neues Eingangsportal "Forum am Domshof"
Der erste Schritt ist gemacht: Mit ihrem „Forum am Domshof“ ist die Universität seit Oktober 2024 in der Innenstadt präsent. Langfristig sollen sich weitere wissenschaftliche Einrichtungen im Centrum ansiedeln. Grundlagen dafür bilden zwei im Rahmen des Bundesprogramms “Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ erarbeitete Studien.
Wissenschaft im Centrum

Experimentierraum UMZU

Raum für Stadtmacher:innen

Menschen im Hanseatenhof zu einer Eröffnungsveranstaltung
Ein Teil des gläsernen Marktpavillons wurde zum UMZU, einem Experimentierraum für gemeinwohlorientierte Initiativen und Kreative. In dem ehemaligen Blumenladen am Hanseatenhof ist ein Begegnungsort für Alle mit kostenlosen Workshops, Ausstellungen und Lesungen entstanden.
Experimentierraum UMZU

Potenzialorte

Nebenlagen abseits der großen Einkaufsstraßen

Skizze wie die zukünftige Ansgaritorswallstrasse aussehen könnte
Zwischen Parkplatz, Lieferzone und Abkürzungsroute verbergen sich Räume mit echten Potenzialen: Eine aktuelle Studie zeigt, welche Chancen in wenig genutzten Lagen schlummern – und wie sie zu attraktiven Orten des Aufenthalts und der Begegnung werden können. Die vollständige Studie mit allen Details steht jetzt zum Download bereit.
Potenzialorte

Dachlandschaften

Lebendige Dächer für die Bremer Innenstadt

Kampagnenmotiv zum Thema Dachlandschaften, eine Frau sitzt mit einem Coktail auf einem Dach in der Innenstadt
Wie wäre es, wenn auf ungenutzten Dächern zukünftig Orte des sozialen Miteinanders oder Räume zur Klimaanpassung entstehen würden? Das Projektbüro Innenstadt Bremen hat dazu ein Handlungskonzept vorgelegt, das die „Dritte Dimension“ unter die Lupe nimmt. Darin werden nicht nur vielfältige Nutzungsideen für Dachflächen aufgezeigt, sondern auch die technischen Grundlagen bei der Umsetzung erörtert.
Dachlandschaften

Neues Beteiligungsformat

Bürger:innenrat Stadtraum Centrum Bremen

Gruppenbild des Bürger:innenrat Stadtraum Centrum Bremen
Die Innenstadt geht alle an. Deshalb sollen sich möglichst alle Bremer:innen am Wandel der Innenstadt beteiligen. Mit dem Bürger:innenrat geht das Projektbüro einen neuen Weg der Beteiligung: eine Gruppe von zufällig ausgewählten Menschen aus allen Milieus und Stadtteilen entwickelt mit Fachleuten gemeinsam Handlungsempfehlungen.
Neues Beteiligungsformat

Parkhaus Mitte

Wettbewerb zur Neuentwicklung auf dem Grundstück Parkhaus Mitte

Wo heute das Parkhaus Mitte steht, soll ein moderner multifunktionaler Neubau entstehen, der unter anderem Wohnraum in der Innenstadt schafft und neue Wegeverbindungen zwischen Knochenhauer-, Söge- und Obernstaße ermöglicht. Die Neuentwicklung wird der Bremer Innenstadt einen zukunftsweisenden Impuls geben.
Parkhaus Mitte

Neue Handelskonzepte

Ansiedlungsförderung für die Innenstadt der Zukunft

Blick in die Sögestraße
Handel im Wandel. Weil der Online-Handel immer wichtiger wird, sind für die Innenstadt neue Konzepte gefragt. Um zu erproben, welche neuen Angebote wirtschaftlich tragfähig sind und auf Resonanz stoßen, führt die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) verschiedene Projekte zur Ansiedlungsförderung durch.
Neue Handelskonzepte

Stadtmacher:innen im Centrum

Förderprogramme

Menschen sitzen auf Klappstühlen auf einer Kunstrasenfläche vor dem UMZU-Laden im Hanseatenhof und hören einer Rednerin zu.
„Stadtmacher:innen“ aus Vereinen, Initiativen oder der Kreativwirtschaft sind treibende Kräfte der Transformation „von unten“, also aus der Zivilgesellschaft heraus. Sie entwickeln Ideen und Visionen für die Innenstadt und haben dabei das Gemeinwohl im Blick. Das Projektbüro Innenstadt Bremen bietet Stadtmacher:innen Unterstützung ihre Ideen auszuprobieren.
Stadtmacher:innen im Centrum

binnenstadt

Stadt für Alle von Wall bis Weser

IPhone und IPad mit der binnenstadt Website und dem Instagram Kanal
Die Bremer Innenstadt ist im Wandel. Die Kampagne, Plattform und Veranstaltungsserie "binnenstadt - Stadt für Alle von Wall bis Weser" macht Lust auf die Transformation der Innenstadt, als identitätsstiftenden Ort für Alle. Dahinter steckt das Projektbüro Innenstadt Bremen, das ressort- und akteur:innenübergreifend mit der Koordination der Innenstadtthemen beauftragt ist.
binnenstadt

Umnutzung im Bestand

Wie lassen sich große Immobilien zeitgemäß umnutzen?

Seitenansicht eines Parkhauses
Für die angestrebte Nutzungsvielfalt in der Innenstadt müssen vor allem vorhandene Gebäude umgenutzt werden. Am Beispiel des Parkhauses Katharinenklosterhof werden in einer jetzt veröffentlichten Studie unterschiedliche Perspektiven für einen nachhaltigen Umgang mit dem Gebäudebestand eingenommen – auch wenn die Parkhausnutzung auf absehbare Zeit bleibt.
Umnutzung im Bestand