Meldung
Die im Juni 2025 erschienene Publikation beschreibt, wie Bremen mit der intermediären Steuerung durch das Projektbüro Innenstadt Bremen und durch sichtbare Formate der Koproduktion eine Vorreiterrolle übernimmt.
Das Projektbüro arbeitet anders als klassische Verwaltungseinheiten: Es verbindet Senat, Verwaltung, Immobilienwirtschaft, Handel, Kultur, Kreativszene und Stadtgesellschaft. So werden Kräfte gebündelt, die andernorts oft nebeneinander agieren. „Die Herausforderungen bei der Transformation unserer Innenstädte können nur durch multiperspektivische Akteurskonstellationen gelingen. Dafür brauchen wir neue Formen der Kooperation“, betont Projektbüro-Leiter Carl Zillich.
Wie diese Zusammenarbeit aussieht, zeigen unterschiedliche Formate. Bundesweite Beachtung fand insbesondere der Experimentierraum UMZU: ein ehemaliger Marktpavillon wurde zwei Jahre lang zu einem offenen Treffpunkt für Initiativen aus unterschiedlichsten Kontexten und Stadtteilen – mit produktiven Workshops, gesellschaftspolitischen und Kulturveranstaltungen. Alle Angebote waren kostenlos und für alle zugänglich. Ein Verfügungsfonds ergänzte auch andernorts diesen Ansatz, indem er unkompliziert kreative Projekte unterstützte und auch kleineren Initiativen den Einstieg erleichterte.
Die Publikation macht deutlich: Bremen gelingt es, Strategien, Strukturen und Beteiligung zu verknüpfen. So entsteht ein zukunftsfähiger Stadtkern, in dem neben prominenten Projekten auch kleine Ideen und neue wie junge Zielgruppen Raum finden. Gleichzeitig wird gewarnt: Ohne nachhaltige Finanzierungsmodelle droht die neue Kooperationskultur an der angespannten Haushaltslage zu scheitern. Besonders in der Kultur- und Kreativszene könnte Frust entstehen, wenn nur kurzfristige „Strohfeuer“ entfacht würden – das Ende des UMZU vor den Sommerferien zeigt dieses Dilemma bereits.
Im Ausblick unterstreicht die Broschüre, dass Bremen exemplarisch für eine bundesweite Aufgabe steht: ressortübergreifende Ansätze bündeln, neue Allianzen bilden und kooperative wie koproduktive Modelle verstetigen.
Die Broschüre wurde im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen gefördert. Auf der Website des Verbands für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V. (Herausgeber) ist ein kostenloser Download der Broschüre möglich.