18.09.2025

Zukunftsfähige Innenstadt: Mit Taubenhäusern gegen Verschmutzung

Neues

ZIZ-Programm

Mit Taubenhäusern gelingt es Städten, die Tiere artgerecht zu versorgen und zugleich Plätze, Fassaden und Denkmäler von der übermäßigen Population deutlich zu entlasten. Nachdem sich das erste Taubenhaus auf dem Dach des Parkhauses Am Brill bewährt hat, ermöglicht das Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren (ZIZ)“ den Aufbau von drei weiteren Taubenhäusern im Centrum.
Foto: Bremer Taubenhaus e.V.

Meldung

Maßnahmenträgerin des Projekts ist die Umweltabteilung des Ressorts für Umwelt, Klima und Wissenschaft. Kooperationspartner sind die BREPARK, die dafür ihre Dächer zur Verfügung stellt, das Projektbüro Innenstadt Bremen sowie die Senatskanzlei, die die Umsetzung über das ZIZ-Programm fördert. Eine zentrale Rolle spielen die Taubenvereine: Sie übernehmen ehrenamtlich die arbeitsintensive Bewirtschaftung, den Betrieb und die Betreuung der Häuser. Die Errichtung der Taubenhäuser ist Teil eines integrierten Konzepts zur artgerechten Reduktion der Stadttaubenpopulation. Eine wichtige flankierende Maßnahme ist das Taubenfütterungsverbot in der Innenstadt; so wird sichergestellt, dass ausschließlich die Taubenvereine kontrolliert und an ausgewählten Stellen artgerecht füttern.


Zwei der neuen Taubenhäuser entstehen auf dem Dach des Parkhauses Katharinenklosterhof, ein weiteres auf dem Dach des Parkhauses Am Brill. Das Gesamtprojekt wird mit rund 85.000 Euro aus dem Bundesförderprogramm unterstützt. Die drei neuen Häuser sollen bis Ende November 2025 aufgestellt und in Betrieb genommen werden.


Taubenhäuser sind ein erprobter Ansatz im Umgang mit Stadttauben. Die Tiere finden dort Futter, Wasser und Brutplätze. Entscheidend ist, dass die gelegten Eier regelmäßig gegen Attrappen ausgetauscht werden. So bleibt der Bruttrieb der Tauben erfüllt, aber es schlüpfen keine Küken nach. Auf diese Weise lässt sich die Population Schritt für Schritt verringern, ohne den Tieren zu schaden. Durch die Bereitstellung eines artgerechten Umfelds werden die von Natur aus standorttreuen Tiere an den Schlag gebunden.


Die Bilanz des ersten Taubenhauses auf dem Parkhaus Am Brill kann sich sehen lassen: Mittlerweile ist es zu 75 Prozent ausgelastet. In gut drei Monaten wurden in diesem Sommer bereits 80 Eier gegen Attrappen getauscht. Um die Tiere dauerhaft an das Haus zu binden, wird in der Regel jede zehnte Brut eines Brutpaares zugelassen. Auch beim Thema Sauberkeit zeigt sich die Wirkung: Pro Woche fallen dort etwa 10 bis 13 Kilogramm Kot an, die vom Taubenverein fachgerecht entsorgt werden – und damit nicht mehr in der Innenstadt landen.