23.06.2026

Dechanatstraße – Bremens erste Klimastraße ist fertiggestellt

Neues

Der Ende Mai 2026 fertiggestellte Umbau der Dechanatstraße bringt die Herausforderungen der Klimaanpassung und der (Innen-) Stadtgestaltung zukunftsweisend zusammen. Durch kluges Wassermanagement, viel neuem Grün und neuen Sitzgelegenheiten wird das Entree zum Schnoor krisenfester, kühler und cooler. Das ist nicht nur buten un binnen, sondern auch der Bundesstiftung Baukultur eine Meldung wert.

Meldung

Mit der Umgestaltung der Dechanatstraße ist das zentrale Investitionsprojekt aus dem Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ als zukunftsweisendes Projekt für Klimaanpassung, Aufenthaltsqualität und nachhaltige Mobilität abgeschlossen worden. 2024 wurde die Straße im Rahmen eines Handlungskonzeptes zur Klimaanpassung im Bremer Centrum als einer von 30 besonders klimasensiblen Orten identifiziert. Ausschlaggebend dafür waren unter anderem die extremen Hitzebelastungen im Umfeld der St.-Johannis-Schule, wo in den Sommermonaten Temperaturen von über 50 Grad in den Klassenräumen gemessen wurden, sowie die zunehmenden Herausforderungen durch ein altes Kanalnetz unter dem Schnoor. Dieses stößt insbesondere bei künftig häufiger zu erwartenden Starkregenereignissen an seine Belastungsgrenzen.


Die Bedeutung der Dechanatstraße geht jedoch weit über ihre Funktion als Verkehrsraum hinaus. Als Eingang zum historischen Schnoorviertel ist sie ein zentraler Ankunfts-, Aufenthalts- und Begegnungsort für zahlreiche Menschen. Täglich wird sie von Touristinnen und Touristen, Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Schülerinnen und Schülern genutzt. Darüber hinaus übernimmt sie künftig als Fahrradstraße eine wichtige Rolle für die nachhaltige Mobilität im Stadtzentrum und stärkt die Verbindung zwischen Wallanlagen und Weser. Auch die städtebauliche und gesellschaftliche Bedeutung des Ortes wurde bei den Planungen berücksichtigt. Das Mahnmal für die Opfer der Novemberpogrome von 1938, das sich seit 1982 in der Dechanatstraße befindet, erhält durch die Neugestaltung einen angemessenen räumlichen Rahmen und wird stärker in das Stadtbild eingebunden.


Die Entscheidung, die Dechanatstraße als Pilotprojekt für Bremens erste Klimastraße auszuwählen, beruht auf einem breiten Konsens. Zunächst der Bürger:innenrat Stadtraum Centrum Bremen und dann sowohl der Ortsbeirat Mitte sowie die zuständigen Fachdeputationen schlossen sich den Empfehlungen des Projektbüros und der Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten von bgmr an. Für Planung und Umsetzung des Projekts, nach der Planung von Bruun & Möllers (mit BPR), wurden insgesamt rund 1,4 Millionen Euro investiert. Ein Großteil der Finanzierung – etwa 75 Prozent – stammt aus Bundesmitteln des Förderprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“. Mit der Dechanatstraße entsteht damit ein Modellprojekt, das beispielhaft zeigt, wie sich historische Innenstadtbereiche erfolgreich an die Herausforderungen des Klimawandels anpassen und zugleich attraktiver für die Menschen gestalten lassen.


Die Bundestiftung Baukultur veröffentlichte im Juni 2026 – nach der Vorlage im Bundeskabinett – ihren neuen Baukulturbericht. Dort wird (auf Seite 119) die Umgestaltung der Dechanatstraße als beispielhafte Lösung für klimaresiliente und zukunftsfähige Stadträume vorgestellt sowie die vor- und nachlaufenden Prozesse der Bremer Innenstadttransformation gewürdigt. Ganz konkret haben buten un binnen die Funktionsweise des Schwammstadt-Prinzips vor Ort eingefangen.


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