Der Brill: Von der Großimmobilie zum lebendigen Quartier

Wie aus der ehemaligen Sparkasse ein neuer Stadtbaustein entsteht

Das Quartier am Brill war lange Zeit als bedeutende Adresse bekannt, aber kaum als lebendiger Teil der Innenstadt erlebbar. Heute wird das Ensemble neu gedacht: Aus einem geschlossenen Gebäudekomplex entwickelt sich ein urbanes Quartier, das Stadträume verbindet, neue Perspektiven eröffnet und Impulse für die Innenstadt setzt.
Credit: GfG Gruppe für Gestaltung Bremen

Projektidee

Über viele Jahrzehnte war der Standort vor allem als Hauptsitz der Sparkasse Bremen bekannt. Mit mehr als 50.000 Quadratmetern Nutzfläche prägt das Ensemble bis heute einen zentralen städtebaulichen Knotenpunkt zwischen Obernstraße, Faulenquartier, Schlachte und Bahnhofsvorstadt. Kaum ein anderer Ort in Bremen verbindet so viele unterschiedliche Stadträume wie der Brill.

Mit dem Auszug der Sparkasse stellte sich die Frage, wie aus einer großflächigen Bestandsimmobilie wieder ein Ort entstehen kann, der der Stadt neue Impulse gibt. Die Antwort liegt nicht in einer einzelnen Nutzung, sondern in einer neuen Quartierslogik. Der Brill wird als vernetzter Stadtbaustein neu gedacht, der unterschiedliche Nutzungen, Nutzergruppen und Stadträume miteinander verbindet. Historische Gebäudeteile werden erhalten und modernisiert, neue Funktionen integriert, bislang geschlossene Bereiche geöffnet und neue öffentliche Räume geschaffen.

Am Brill

Neue Verbindungen schaffen Durchlässigkeit zwischen Innenstadt, Faulenquartier und dem Innenbereich des Quartiers.

Ein wesentliches Ziel der Entwicklung ist die programmatische und räumliche Öffnung des Areals. Nutzungen, Querungen, Innenhof und Zugänge werden neu gedacht und künftig Teil des Stadtraums. Damit entsteht nicht nur ein Gebäudeensemble wiederbelebt, sondern ein Quartier mit besonderer Identität ensteht neu.

Credit: Wallhaus/GruppeOMP

Projektablauf

Die Transformation erfolgt schrittweise im laufenden Betrieb. Bereits heute bringt die Inge Katz Schuleneues Leben und neue Nutzergruppen an den Standort. Parallel werden weitere Bausteine entwickelt und umgesetzt. Dazu gehören die Rückkehr einer Sparkassenfiliale, neue Aufenthaltsorte, Gastronomiekonzepte, die Öffnung des Innenhofes sowie zusätzliche Wohn- und Bildungsangebote. Auch eine Dachterrasse für das Quartier wird entstehen, deren Planung mit dem Handlungskonzept Dachlandschaftenangeschoben wurde.

 

Langfristig entsteht ein Quartier, das unterschiedliche Funktionen miteinander verbindet und so einen nachhaltigen Beitrag zur Zukunft der Bremer Innenstadt leistet.

Errichtung des repräsentativen Bankgebäudes

1906

Schrittweise Erweiterungen inkl. Kassenhallen

1936 bis 2000

Hauptsitz der Sparkasse Bremen

bis 2020

Entwicklung des Quartiers und Umbau verschiedener Gebäudeteile

seit 2021

Schrittweiser Einzug der gesamten Inge Katz Schule

2024 bis 2028

Rückkehr der Sparkasse Bremen in das Baudenkmal

2027

Fertigstellung wesentlicher Bausteine der Quartiersentwicklung

2028

Neugestaltung des Innenhofes mit Gastronomie

bis 2029

Beschreibung

Das denkmalgeschützte Hauptgebäude hat das Stadtbild über Jahrzehnte geprägt. Gleichzeitig blieb das Ensemble weitgehend nach innen gerichtet. Mit der aktuellen Entwicklung öffnet sich der Standort Schritt für Schritt zur Stadt: Neue Zugänge entstehen, verborgene Potenziale werden aktiviert und bislang nicht zugängliche Bereiche erlebbar gemacht. Aus einem bekannten Gebäude entwickelt sich ein lebendiger Stadtraum mitten in Bremen.

Künftig werden Bildung, Dienstleistungen, Mobilität, Gastronomie, Wohnen, Arbeiten und Aufenthalt eng miteinander verknüpft. Innenhof, Wegebeziehungen und Übergänge werden neu geordnet und zu einem zusammenhängenden Quartier verbunden. So entsteht aus einem ehemals geschlossenen Gebäudekomplex ein offener, vielfältiger und zukunftsorientierter Teil der Bremer Innenstadt.

Zusätzliche Aufenthaltsbereiche schaffen neue Perspektiven auf die Innenstadt und ergänzen das Nutzungsspektrum des Quartiers.

Credit: GfG Gruppe für Gestaltung Bremen

Der bisher nicht öffentlich nutzbare Innenhof entwickelt sich zu einem Ort für Aufenthalt, Begegnung und Gastronomie. Aus einzelnen Maßnahmen entsteht ein Quartiersgefühl.

Credit: GfG Gruppe für Gestaltung Bremen

Ein neuer Durchgang von der Bürgermeister-Smidt-Straße durch den Innenhof zum Faulenquartier schafft Vernetzung - die auch in Richtung Ansgariquartier wünschenswert ist.

Credit: GfG Gruppe für Gestaltung Bremen

Zuständigkeiten

Projektträger:in

WALLHAUS GmbH

Ort

Am Brill, Bremen

Projektziel

Transformation eines innerstädtischen Bestandsensembles zu einem lebendigen, gemischt genutzten Quartier

„Der Brill ist für mich einer der spannendsten Orte Bremens. Hier treffen Geschichte, Identität und Zukunft aufeinander. Nur wenige Standorte haben das Potenzial, so viele Menschen, Wege und Ideen zusammenzubringen. Mich begeistert die Chance, aus einem prägenden Gebäudeensemble einen offenen, lebendigen Ort zu entwickeln, der neue Impulse für die Innenstadt setzt.“

Annika Reineberg, Geschäftsführerin WALLHAUS GmbH

Aktuelles

28.09.2026

Quartier am Brill: neue Nutzungsmischung im Bestand

Neues

Mit der schrittweisen Sanierung und Umbau der vielfältigen Gebäudestruktur der ehemaligen Sparkasse aus über hundert Jahren entsteht in den kommenden drei Jahren ein neuer Anker für die westliche Innenstadt.
Quartier am Brill: neue Nutzungsmischung im Bestand
23.06.2026

Inge Katz Schule am Brill: Moderne Bildung zieht in historische Räume

Neues

Foto vom Eingang des Gebäudes Am Brill
Ca. 1.200 Schüler:innen erhalten ein neues Zuhause mitten in der Bremer Innenstadt. Im ehemaligen Sparkassengebäude am Brill entstehen moderne, barrierefreie Schulflächen für die berufsbildende Schule für Sozialpädagogik und Hauswirtschaft. Die schrittweise Verlagerung schafft Raum für zeitgemäße pädagogische Konzepte und eröffnet zugleich am alten Standort neue Entwicklungsmöglichkeiten für andere Bremer Schulen.
Inge Katz Schule am Brill: Moderne Bildung zieht in historische Räume