Projektidee
Über Jahrzehnte prägte das Horten-Kaufhaus mit seiner ikonischen Kachel-Fassade das Stadtbild Bremens. Doch mit dem Wandel der Bremer Innenstadt und dem Rückgang des klassischen Einzelhandels haben große Warenhäuser vielerorts ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Nach dem Ende der Nutzung als Möbelhaus bot sich die einmalige Gelegenheit, die ehemalige Horten-Immobilie und die Neuausrichtung des anliegenden Parkhaus Mitte gemeinsam zu denken und aus einer Hand zu entwickeln.
Die Stadt- und Quartiersentwicklungsgesellschaft BRESTADT nimmt sich dieser Aufgabe an und entwickelt hier ein zukunftsfähiges Quartier, das modernes Arbeiten, Wohnen und Verweilen verbindet. Ziel ist es, eine nachhaltige und vielseitige Nutzung zu schaffen, die den veränderten Anforderungen an Innenstädte gerecht wird. Die Transformation baut auf bestehenden städtebaulichen Strukturen auf und führt sie mit einer klaren Vision für eine lebendige Innenstadt in die Zukunft.
Projektablauf
Die Übernahme der Immobilie durch die BRESTADT erfolgte zum Jahresbeginn 2025. Es folgten Untersuchungen und eine Machbarkeitsstudie, in der Potenziale und Herausforderungen des Standortes analysiert wurden. Bereits 2023 wurde – mit Zustimmung der damaligen Eigentümerin – eine erste Konzeptstudie zur Immobilie vom Bauressort mit Hilfe der Bundesförderung ZIZ beauftragt. Dabei wurden Ansätze für einen potenziellen Umbau entwickelt.
Auf Basis der von der BRESTADT beauftragten drei Szenarien zur Entwicklung des Grundstücks im Bestand, ein Teilabriss mit Umbau und ergänzenden Neubauelementen oder ein gesamter Rückbau und Neubau gab es im November eine Senatsentscheidung. Dabei wurde die Neubauvariante beschlossen, um der Stadtreparatur, den vielfältigen Nutzungsanforderungen sowie Risikominimierung und Wirtschaftlichkeit bestmögliche Grundlagen zu liefern.
Im Frühjahr startete die BRESTADT ein Beteiligungsverfahren, um unterschiedliche Perspektiven und Nutzungsideen für das Vorhaben zu sammeln. Diese wurden dann in die – zunächst kooperative, dann konkurrierende – Beauftragung von sechs Teams aus Architekturbüros mit Expertisen aus Städtebau und Freiraumplanung eingespeist. Für Ende 2026 wird ein Gewinnerentwurf erwartet, der die stadträumlichen und -ökologischen Zukunftsfragen ebenso beantwortet, wie eine identitätsstiftende neue Mitte für Bremens Innenstadt konkretisiert.
Schließung von Galeria-Kaufhof (ehem. Horten)
2020
Möbelkaufhaus als Ankermieter
2022 - 24
Erste Machbarkeitsstudie "Transformation Papenstraße 5"
2023
Gründung der Stadt- und Quartiersentwicklungsgesellschaft BRESTADT
August 2024
Ankauf der Kaufhaus-Immobilie und Durchführung von Machbarkeitsstudien
Januar 2025
Senatsbeschluss für ein städtebauliches Beteiligungs- und Qualifizierungsverfahren für eine Neubebauung
November 2025
Beteiligungsverfahren und Mehrfachbeauftragung für "Neuentwicklung auf dem Horten-Grundstück"
2026
Jurysitzung: Auswahl eines Zukunftsbildes für das Areal und die angrenzenden Straßenräume
November 2026
Rückbau
Ab 2027
Beschreibung
Die Konversion dieses größten geschlossenen Einzelhandelsstandorts der
Innenstadt Bremens in einen vielfältig nutzungscodierten Stadtbaustein stellt das zentrale öffentliche Projekt zur nachhaltigen Aufwertung und Neudefinition der Bremer Innenstadt dar. Das Areal setzt einen zentralen Impuls für den Wandel der Innenstadt. Hier zeigt sich im Kleinen, wie sich die Innenstadt im Ganzen weiterentwickeln soll. Mit neuen inhaltlichen und räumlichen Verbindungen. Die Ableitung der Inhalte bzw. Nutzungen erfolgte in einem breit angelegten Beteiligungsprozess in der ersten Jahreshälfte 2026.
Die Neubebauung muss in der Lage sein, ein Qualitäts- und Identifikationsversprechen zu vermitteln, welches über die Grenzen Bremens hinauswirkt. Dies erfordert soziale Teilhabe ebenso, wie die Berücksichtigung der Belange von Klimaschutz und Klimaanpassung. Eine baukostensensible Konzeption ist die Voraussetzung für ein Mietniveau, das eine vielfältige, in Teilen auch gemeinwohlorientierte Nutzungsmischung dieses neuen Quartiers im Herzen der Stadt realistisch ermöglicht.
Die städtebaulichen Ziele des Wettbewerbs stehen im stadträumlichen Zusammenhang mit den Einzeldenkmalen und der nahegelegenen inneren Pufferzone des eingetragenen UNESCO-Weltkulturerbes „Bremer Rathaus und Roland auf dem Marktplatz“. Das gesamte Verfahren unterliegt hohen Anforderungen an die Nachhaltigkeit. Für die Neubebauung wird eine Zertifizierung nach DGNB-Standard Platin angestrebt.

Richtfest des Horten-Warenhauses im April 1972
Foto: Bremer Zentrum für Baukultur e.V. (b.zb )

Mitten im Bremer Centrum entsteht ein ganz neues Quartier mit vielfältigen neuen Nutzungen.
Bild: Projektbüro Innenstadt Bremen

Luftaufnahme der Horten-Immobilie im Stadtbild Bremen
Luftbild: Studio B

Die sogenannte "Hortenkachel" sollte zeichenhaft für die Kaufhaus-Kette werben. Die Form entspricht einem stilisierten ‚H‘ für Horten.
Foto: Projektbüro Innenstadt Bremen / Christian Burmester

Als Horten im September 1972 in Bremen sein Haus eröffnete, war es mit 18.500 qm Verkaufsfläche das größte des Konzerns.
Foto: Projektbüro Innenstadt Bremen / Christian Burmester

Im Zuge der Neuentwicklung soll u. a. die Kleine Hundestraße freigelegt werden, um die Verbindung zwischen Knochenhauerstraße und der bisherigen Lloydpassage attraktiver zu gestalten.
Foto: Projektbüro Innenstadt Bremen / Christian Burmester

Blick von der Sögestraße: Durch die Neuentwicklung des gesamten Quartiers werden neue Rundläufe zwischen Obern-, Knochenhauer- und Sögestraße entstehen.
Foto: Projektbüro Innenstadt Bremen / Christian Burmester

Das Kaufhaus ist in bester Gesellschaft: Auch die Gebäude der ehemaligen Kaufhäuser C&A, Esprit und Sport-Check werden derzeit neu entwickelt.
Foto: Projektbüro Innenstadt Bremen / Christian Burmester
Zuständigkeiten
Projektträger:in
Ort
Papenstraße 5, 28195 Bremen
Finanzierung
Die BRESTADT wurde 2024 von der Stadt mit 300 Millionen Euro Eigenkapital ausgestattet um diverse Stadtentwicklungsprojekte in Bremen voranzutreiben.
Die erste Machbarkeitsstudie zur Immobilie wurde 2023 vom Bauressort im Rahmen der Transformation des benachbarten Parkhauses Mitte mit Hilfe der Bundesförderung ZIZ („Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“) beauftragt.
Akteur:innen
BRESTADT GmbH, Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung
„Das ehemalige Horten-Gebäude bietet die einmalige Chance, Bremens Innenstadt neu zu denken. Hier entsteht ein zukunftsfähiges Quartier, das Arbeiten, Wohnen und Begegnung vereint. Mit innovativen Konzepten gestalten wir die Innenstadt von morgen.“
Bernd Botzenhardt, Geschäftsführer der BRESTADT
Aktuelles
Baustellen-Update: Dreiklang des Wandels
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Qualifizierungs- und Beteiligungsverfahren für die Neubebauung des Horten-Areals startet
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Baustellen-Update: Was passiert aktuell im Centrum?
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